Die Gemeinde Niederlangen – ein kurzer Einblick in die Geschichte

 

Die Siedlungsgeschichte reicht mit Sicherheit bis tief in das Mittelalter zurück; in dem Corveyer Einkünfteverzeichnis des 11. Jahrhunderts wird erstmalig „Langun“ erwähnt. Die Siedlungsstrukturen änderten sich über Jahrhunderte hinweg nur wenig. Die Höfe lagen am Hang der Geestrücken auf dem der Ems zugewandten Seite und orientierten sich an der Hochwassergrenze. Die alte  Ortsbezeichnung „Langun“ deutet auf eine langgestreckte Ansiedlung hin. Sie erstreckte sich anhand des Siedlungsweges und der ursprünglichen Haupterschließungsstraße,  die vom Heerweg in Höhe der Erdhütte über die heutige Horststraße, Schmiedestraße und den Eichenweg weiter nach Oberlangen führte und dort wieder Anschluss an den Heerweg fand. Hier haben sich von alters her die Bauern sesshaft gemacht. Diese alte Handelsstraße, der Heerweg, verlief von Süden kommend bis nach Meppen rechts der Ems, überquerte dort den Fluss und führte dann linksemsisch durch das Gebiet der ehemaligen Altkreise Meppen und Aschendorf-Hümmling ins friesische Gebiet. Ebenso wie Ober- und Niederlangen lagen früher auch die linksemsischen Altdörfer Sustrum, Walchum, Dersum, Heede und Rhede besonders verkehrsgünstig an dieser so wichtigen Nord-Südverbindung.

Bis auf die Bauern auf dem Hilgen, der Kleinen und Großen Horst und auf Latherfähr, haben ursprünglich fast alle Bewohner von Niederlangen im alten Ortskern zusammengewohnt. Dieser Siedlungsgrundriss ist für die Ortschaft Niederlangen über Jahrhunderte nachzuweisen; Änderungen traten kaum ein.  Erst nach der Markenteilung um 1870 und den zwei großen Bränden im Jahre 1866 und 1872 kam es zu  einer Ansiedlung außerhalb der beengten Ortslage. So entstanden die Ortsteile Sand und die Streusiedlung im Bereich der heutigen Kapellenmoorstraße. Die Gemeinde Niederlangen wurde innerhalb kurzer Zeit durch zwei Brandkatastrophen hart getroffen. Beim ersten Mal brach am 05. September 1866 das Feuer im Hause des Vorstehers Husmann aus. Bei den zur damaligen Zeit noch vorwiegend mit Stroh gedeckten und dicht beieinander stehenden Häusern, die zudem während der Erntezeit mit Getreidegaben und Heu gefüllt worden waren, war das Feuer kaum aufzuhalten. 12 Häuser fielen der Feuerglut zum Opfer. Da eine Feuerversicherung damals im Allgemeinen noch nicht üblich war, wurde in den Nachbargemeinden eine Kollekte abgehalten, um die Not der Betroffenen etwas zu lindern. Der zweite Brand begann am 13. Oktober 1872 im Hause Osewold  (Wocken / heute Ostermann). Auch dieses Mal brannten 12 Häuser und Scheunen nieder. Eine nochmals durchgeführte Sammlung ergab die Summe von 1.680 Taler zur Verteilung. Nicht zuletzt, um auch die Gefahr einer großen Feuersbrunst zu mindern, kam es danach zu den angesprochenen Ansiedlungen außerhalb der Ortschaft. 

 

Übersichtskarte aus dem Jahre 1960 - Niederlangen (Die Schule entstand 1962- in die Karte eingefügt)

 

Die dargestellte ursprüngliche Siedlungsform  des Ortes in Form eines Haufendorfes ist auf der Kartengrundlage des Jahres 1960 noch deutlich auszumachen. Neue Siedlungsquartiere sind im Ortskern entstanden westlich der Schulstraße (L 48) sowie westlich des Dorfes beidseits der Hauptstraße (L 53).

Weiter ist zu erkennen die angesprochene Streusiedlung im Gebiet Kapellenmoor mit dem Wiesenweg und dem Heerweg sowie der Ortsteil Sand mit Erdhütte. Am westlichen Ortsrand  deutlich erkennbar der Betrieb Gerhard Husmann. An der Gemarkungsgrenze zu Oberlangen war bereits die im Jahre 1962 erbaute  gemeinsame Grundschule Ober-/Niederlangen mit den Sportanlagen vorhanden; der gemeinsame Kindergarten kam 1975 hinzu.

 

Die Gemeinde Niederlangen heute mit den neuen Wohnplätzen , die sich ab den 1960er Jahren des letzten Jahrhunderts von der Hauptstraße, der Mühlenstraße  und Bergstraße in Richtung der Gemarkungsgrenze zu Oberlangen entwickelten. Neben den Wohnungen am  Rosenweg  entstanden zusätzliche Wohnhäuser im Ortskern  und an der Koppelstraße.

 An der Hauptstraße und an der Straße Luddenfehn siedelten sich im Laufe der letzten Jahrzehnte mehrere ortsnahe Gewerbebetriebe an. 

 

Teil unserer Gemeinde: Niederlangen-Siedlung

Niederlangen-Siedlung, ebenso wie Oberlangen-Moor nahmen letztlich ihren Anfang mit der Moorerschließung unter den Nationalsozialisten und dem Lager VI Oberlangen. Bereits im November 1933 nahm der Preußische Staat durch sein Kulturamt in Papenburg den Landerwerb in den Nieder- und Oberlangener Mooren auf, der schon ein Jahr später abgeschlossen wurde und  insgesamt 1349 ha in Ober-/Niederlangen und der Gemarkung Rütenbrock in den Besitz des Staates brachte. Die Hintergründe dieser eiligen Ödlandankäufe gehören zum dunkelsten Kapitel der emsländischen Moorerschließung, denn schon fast zeitgleich im April 1934 wurde das Lager VI Oberlangen an die Justizverwaltung übergeben. Wenn auch an dieser Stelle auf die Geschichte des Lagers nicht weiter eingegangen werden kann, so ist  heute für uns geradezu eine Verpflichtung, bei der Vorstellung dieser blühenden Neusiedlung auch diesen Teil der Siedlungsgeschichte unserer Gemeinde besonders  anzusprechen.

Bereits 1946/47 kam eine vergleichsweise kleine Gruppe Heimatsuchender in unsere Heimat. Auf den von den Häftlingen bereits teilweise handgekuhlten Flächen wurden von der Hannoverschen Siedlungsgesellschaft (HSG) zwölf bäuerliche Siedlerstellen vergeben. Die weitere Erschließung und Besiedlung der Langener Moore (Niederlangen -Siedlung und Oberlangen Moor) erfolgte auf der Grundlage des im August 1952 vom Niedersächsischen Kulturamt Meppen festgestellten „Einteilungsplan des landeseigenen Siedlungsgebietes Niederlangen-Oberlangen“. Innerhalb von gut  zehn Jahren war eine ländliche Siedlung entstanden, die nunmehr  55 Vollerwerbsbetriebe in einer Größe zwischen 15 und 21 ha umfasste. Hinzu kamen 8 Nebenerwerbs- und Kleinstellen für Handwerker, Kaufleute und den Forstwart der Moorverwaltung.

 

Übersichtskarte aus dem Jahre 1960 - Niederlangen-Siedlung und Oberlangen Moor

Bis in die sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts war der Ortskern mit wenigen Geschäften auf die Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe ausgerichtet. Um der Ortschaft jedoch Entwicklungschancen zu geben, wurden ab 1965 nach und nach  mehrere Baugebiete ausgewiesen, nachdem mit dem Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Lathen und den entsprechenden verbindlichen Bauleitplänen der Gemeinde Niederlangen die rechtlichen  Voraussetzungen dazu geschaffen worden waren. So entstanden die Wohnquartiere an der Ringstraße (ab 1968), Am Schulwald, Am Schulhof und Im Dreieck (ab 1987) und ab 2008 das Quartier an der Johannesstraße, das zurzeit entsprechend der Nachfrage sukzessive bebaut wird. Weiter entwickelt und vergrößert haben sich die Bäckerei Uhlen, die Gaststätte Knevel und die Fa. Elektro Niemann im Kern der beiden Siedlungsdörfer. Ebenso sind die Sportanlagen des SV Eintracht Neulangen e.V. und des Schützenvereins Neulangen e.V. an der Kastanienstraße entstanden.

 Übersichtskarte aus dem Jahre 2015 - Niederlangen-Siedlung und Oberlangen Moor

 

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